Perera Elsewhere

2014, 2017

2014
Seit etwa einem Jahrzehnt widmet sich das international besetzte Trio Jahcoozi im großfamilären Berliner Umfeld von WMF, KittyYo und Bpitch Control einem elektronischen Entwurf bassgetriebener Pop-Musik und nur eine ernstliche Nachtlebensmüdigkeit kann der Grund sein, Jahcoozi in dieser Stadt noch nie begegnet zu sein. Doch Sasha Perera, die Sängerin der Gruppe, ist gerade anderswo, und zwar bei ihrem Solo-Projekt Perera Elsewhere. Das erste Album, Everlast, veröffentlicht auf dem Boutique-Label Friends of Friends aus Los Angeles und von Pitchfork mit einer 7.8 geadelt, klingt dann auch ganz wie aus dem elsewhere, verraucht und verschroben, vertauscht und verschoben wankt Perera durch verträumte Folk-Songs, verschleppte Beats und schräge Sequenzen. Trip Hop möchte man es eigentlich nennen, zitiert sie doch nicht selten die verwaschenen Klänge von Portishead, Tricky oder Morcheeba. Das Ergebnis ist deep, ein bisschen spooky, angenehm sloppy, auf jeden Fall earthy, ziemlich trippy, und dabei selbst unter Berücksichtigung sämtlicher Retro-Zirkel total aus der Zeit gefallen, was es in Kombination mit einem sehr jetztzeitigen Look nur noch interessanter macht. Auch anderswo ist Sasha Perera also eine sehr besondere Musikerin, die sich mit Bewusstseinserweiterung, digitaler Ästhetik und good old Songwriting gleichermaßen auszukennen scheint und diese drei Elemente auf sehr –Entschuldigung– „spannende“ Weise zu kombinieren weiß.

Super Sunday 2017
Als wir Sasha Perera 2014 zum Torstraßen Festival einluden hatte sie sich gerade neu verortet, anderswo als bei ihrem erfolgreichen Club-Projekt Jahcoozi: bei und als Perera Elsewhere. Drei Jahre später ist das Anderswo ins Zentrum gerückt. Ein neues Album steht vor der Tür, All Of This wird es heißen, beim kalifornischen Boutique-Label Friends of Friends wird es erscheinen und wir freuen uns auf das große Record-Release-Konzert im Rahmen des Torstraßenfestivals. Perera kombiniert, so informierte Kreise, auf Album No.2 ihren verwaschenen Pop-Sound zwischen Trip Hop, Ambient und Psychedelic mit post-digitaler Ästhetik und behandelt dabei klug politische Themen zwischen dem Ich, Ihr und Wir. Bis zum Konzert wird das ein oder andere Appetithäppchen erwartet. »Something’s up« heißt die erste Single. Treffender könnten wir es an dieser Stelle nicht formulieren und freuen uns auf eine der interessantesten Musikerinnen dieser Stadt.