Alexander Geist

2014

«See him perform now, before he plays O2 World», schreibt das Stadtmagazin Siegessäule über Alexander Geist. Und auch wenn wir uns nicht sicher sind, ob wir ihm gerade den Einzug in den Corporate-Pop-Olymp wünschen sollen, freuen wir uns, Alexander Geist zu erleben bevor der Graben zwischen Bühne und Publikum zu breit wird, um seinen Lidschatten zu bewundern. Aber an Grandezza fehlt es ihm schon jetzt nicht: Großes Charisma, großes Talent und großer Auftritt, Alexander Geist knüpft an das Berlin der 20er an, spannt den Bogen von Marlene Dietrich, über Morrissey zu Giorgio Moroder, gibt sich als halbweltlicher Disco-Dandy und charmanter Gender Bender, mit Humor und Verkleidungstalent, kommt er wie gerufen zum Berliner Bowie-Jahr. Und dabei gehen die Intentionen des Monsieur Geist weit über das nur Ästhetische hinaus. Mit Slogans wie «I won’t wear the body if the body doesn’t fit» stilisiert sich der Liverpooler wenig umschweifend als flamboyanter Protestsänger, bereit den ganzen heteronormativen Pop-Müll aus den Charts zu schmeißen.