Tom Adams

2014

Tastenclub presents: Tom Adams.

Als Nils Frahm bei etwa 35°C im Hof des Michelberger Hotels sein neues Klavier präsentierte bekam er auf der Bühne Besuch. Tom Adams, ein Gus van Sant’scher Lockenkopf stellte sein Skateboard ab, setzte sich ans Klavier, spielte sanft die Tasten und sang im Falsett ein wunderschönes Lied in das von Frahm gehaltene Mikrofon. Magic. Etwa drei Minuten dauerte das, etwa 300 Herzen schmolzen und Tom verkaufte einen Sack voller CDs. «Who the hell is that guy?» hörte man nicht nur einmal an diesem Nachmittag. Wir haben Antworten: Tom Adams lebt und arbeitet im englischen Cambridge, erfuhr eine akademische Ausbildung in der Komposition elektronischer Musik und wendet diese Qualifikation in verschiedenen Kontexten auf beindruckende Weise an. Von experimentellen Kompositionen über Filmmusik bis hin zu eben diesen melancholischen Klagegesängen ist es eine zerbrechliche Gefühligkeit, die seine Stücke durchzieht und die er mit dem verträumten Charme eines einsamen Teenagers in die richtigen Bahnen zu lenken weiß. Tom Adams, das erste Konzert in Berlin, garantiert länger als drei Minuten.