Federico Albanese

2014

Tastenclub presents: Federico Albanese.

Ob Federico Albanese die Stücke seines Albums The Houseboat and the Moon wirklich bei Mondschein auf einem Hausboot komponierte sei dahingestellt. Denkbar ist es, die Kompositionen des Mailänders ruhen in stillen Wassers, schaukeln sanft, repetitive Klavierphrasen umspielt von dezenter Elektronik. Manchmal läßt Albanese die Leinen los, das Boot legt ab, die Strömung nimmt es mit und spült es zum nächsten Anleger. Music for Houseboats also, Brian Eno meets Erik Satie. Die Emotionen sind dabei feinfühlig und hochauflösend, die Schönheit dieser Musik liegt in der Erfüllung der Erwartungen, Spannungsbögen schließen sich harmonisch, Melodien verlieren aber finden sich auch wieder, aus dem sublimen Zusammenspiel der minimalen Mittel fügt sich eine fast kosmische Balance. Eine cineastische Dimension wohnt jeder seiner Kompositionen inne, daher wundert es nicht, dass Federico Albanese zuvor als Requisiteur beim Film arbeitete. Das Klavier nimmt er auf alten Bandmaschinen auf, fängt so Unvollkommenes und Zufälliges ein. Das deutsche Experimental-Label Denovali, welches unlängst mit dem Denovali Swingfest aus Essen im Radialstem V gastierte und zu diesem Anlass Künstler wie Oneohtrix Point Never, Greg Haines und Brandt Brauer Frick einlud, hat Albanese in sein hochinteressantes Programm aufgenommen und wir freuen uns auf ein feinsinniges Konzert zwischen E und U.