Evy Jane

2014

«TRIP-HOP …why can’t people just call this trip-hop» lautet der Kommentar eines mit der Definition «Nocturnal Future-R&B-slow-beat-crime-love-step» nicht ganz zufriedenen Lesers des Interviews von Evy Jane mit dem Fact Magazine. Im deutschen gibt es ein wunderschönes Wort, dass in jüngerer Zeit immer wieder mit aktuellen R&B-Produktionen in Verbindung gebracht wurde, und zwar: verschwurbelt. Verschwurbelt meint verworren und kompliziert, so weiß es der Duden, und so geht es bei Evy Jane in der Tat zu. Alles was im R&B traditionellerweise nach vorne geht, bleibt hier im Effektsalat stecken, die Hooks werden versteckt und vergraben, Beats verschleppt und dekonstruiert, der Gesang wankt durch umkartiertes Gelände. Und obwohl das jetzt so klingt als sei alles schiefgegangen ist es natürlich genau das, was wir daran mögen! Evy Jane sind Evelyn Mason und Jeremiah Klein aus Vancouver. Neben einer gewissen Faszination für R.Kelly sind sie mit ihrem R&B-Entwurf der UK Bass und Grime-Szene auf der Spur, die Klangästhetik von Burial oder Four Tet ist den beiden Kanadiern ganz offensichtlich vertraut und auch die vancouversche Nachbarschaft mit Hyper-Pop-Produzentin Claire Boucher aka. Grimes darf wohl als Einfluss verstanden werden. Wir erwischen Evy Jane auf einem Kreativurlaub in Berlin, wo sie im Auftrag des Labels Ninja Tune an neuem Material arbeiteten werden. Pitchfork adelte ihren Song SAYSO gerade mit einer Best New Track Erwähnung und wir präsentieren das erste Konzert des Duos in unserer Stadt. Do trust the hype!