Molly Nilsson ist die tollste Alleinunterhalterin der Stadt. Wenn die ehemalige Garderobenfrau des Berghains den CD-Player einschaltet und zum Mikrofon greift erlischt das Gemurmel. Männer und Frauen himmeln sie gleichermaßen an. Die Diskokugel steht still wenn ihr silbernes Haar den Raum erhellt. Oh, süße Melancholie! Oh, rettende Nostalgie! Oh Molly, Du Ikone dieser Stadt, Königin des Undergrounds, Star of the Internet und Blaupause für so vieles was nach Dir kam. Fünf Alben hat die Schwedin in Neukölln auf ihrem eigenen Label Dark Skies Association veröffentlicht. Die ersten Exemplare kursierten noch auf gebrannten CDs. Molly gibt keine Interviews, sie trägt schwarz und ist viel auf Reisen. Eine unnahbare Performerin ist sie. Bewegungslos steht sie im Rampenlicht, tief ihre Stimme, billig die Beats. Camp ist das, wie es campiger nicht sein könnte. Molly Nilsson ist die Diva im Dispo, der Herzschmerz ist echt, das Spektakel selbstgebastelt. Eine herrlich durchschaubare Inszenierung, ein überaus charmanter Glamour, der (und so soll es sein!) es nicht vermag die Authentizität zu verhüllen, die ihre Musik ausmacht. Denn wer Molly aus ihren Videos kennt, kennt sie albern und charmant, verträumt oder nachdenklich. Es sind verwackelte Einblicke in ihr Berliner Leben, Abende mit Freunden, nostalgische Zugfahrten, Grimassenschneiden und Riesenradfahren. Molly ist eine faszinierende Persönlichkeit, distanziert und zutraulich, echt, unecht, flüchtig. Jetzt ein funkelnder Diamant dann eine von uns. Wir freuen uns auf Songs von einem neuen Album im Theaterlicht der Volksbühne.
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