Sally Dige

2016

Die dänisch-kanadische Teilzeitberlinerin Sally Dige stellt man sich am besten in Schwarz-Weiß vor. Obskur ist ihre Kunst, verschattet, kalt, und doch so verführerisch. Songtitel wie Dance of Delusion, Doppelganger oder Immaculate Deception entspringen einem Film Noir dessen Soundtrack vor einigen Dekaden Bands wie Liason Dangereuse, Eurythmics oder Desireless geliefert hätten. Ein Spiel aus Begehren und Zurückweisung, ein vereister Cocktail aus Dark Wave, Synth-Pop und Italo-Disco, der Sound für den die Kids der 1980er Jahre in unsere Stadt gezogen sind. Nach 2-jähriger Arbeit fasst Sally Dige ihr bisheriges Schaffen auf dem kompakten Album »Hard To Please« zusammen, erschienen auf dem schottischen Label Night School Records, welches auch die jüngsten Werke der musikalisch durchaus artverwandten TSF15-Diva Molly Nilsson in Vinyl presste. Dabei arbeitet Dige ähnlich autark und interdisziplinär, zeichnet nicht nur für den Sound, sondern auch die entschiedene Ästhetik ihres Auftritts verantwortlich, die sie in ihren Kostümen und Video-Clips artikuliert.