2016
»Als Alex Cameron eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Entertainer verwandelt.« – Vergleicht man Camerons Solo-Auftritt mit dem Sound seiner Band Seekae, möchte man dem Australier fast eine gespaltene Persönlichkeit attestieren. Während das Trio im Fahrwasser von Bands wie Mount Kimbie oder Gold Panda seit knapp einer Dekade mit konziliantem Post-Dubstep reüssiert, findet Cameron jetzt zu sich selbst oder aber, viel interessanter, zu schauspielerischem Talent. Optisch zwischen Bowie und Buscemi gibt sich Camerons Solo-Persona wahlweise als präpotenter Crooner, als Rhytmus-Diktator im Samt-Jacket oder pixeliger 90s-Webmaster. Super Songs, fieser Typ. Zu spröden Presets aus der Rythmus-Maschine verbiegt sich Cameron am goldenen Mikrophon als hätten sich Alan Vega, Nick Cave und Falco im Schatten der Twin Peaks zu (s)einer Person verschmolzen. Musikalisch referenziert Cameron zielsicher: es ist der mid-life-kriselnde Star, der ihn interessiert, das verkokst-überhebliche Spätwerk, der bröckelnde Second Act eines ’88er-Cohens (»I’m your Man«) oder eines ’85er-Springsteens (»I’m on Fire«). Glamour und Verfall – so soll es sein. Privat bestimmt ein ganz Netter… just taking care of business.
2018 Super Sunday
Alex, Du hast es weit gebracht. Und Du natürlich auch, Roy. Aber hey, den Ball flach halten, das könnt Ihr zwei Burschen. Stimme, Saxophon und ’ne amtliche Band im Rücken. Seien wir ehrlich, mehr braucht’s doch nicht, oder? Nur jetzt nicht die Bodenhaftung verlieren, Alex. Ich kann mich noch erinnern, Torstraßen Festival 2016. Gaststätte Prassnik. Das war ’ne Show. Wir haben’s ja gleich gewußt, aus Dir wird was, Alex. Und aus Dir natürlich auch, Roy. Und Recht haben wir behalten! Pitchfork. Guardian. Süddeutsche… ist ja kein Geheimnis. Kann man ja ruhig mal sagen. Auf Tour mit den Killers, im Duett mit Angel Olsen, groß im New Yorker. Alex, der ganze Big Apple kennt jetzt Deine Visage. Große weite Welt, Alex. Und Roy, klar, Roy auch. Immer dabei, der Roy. Und von wegen, es gibt keine guten Songs mehr! Ehrliche Songs sind das. Ehrliche Songs über unehrliche Typen. Über fiese Typen. Über vulgäre, unerträgliche, schmierige, ätzende, chauvinistische Fieslingstypen. Das ist schon gut, wie Du das machst mit den Songs. Und mit den Typen in den Songs. Das ist schon richtig clever, Alex. Und Roy, logo. Immer schön am Saxophon, der Roy. Auf den Roy kannste auch echt zählen, Alex. Den halt Dir mal warm, den Roy.