Infinite Bisous

2017

Mit Songtiteln wie »Teen Sex«, »Confused Porn« oder »(Terminally) Lovesick« scheint das Themengebiet von Infinite Bisous (französisch für »unendliche Küsschen«) erstmal gut umrissen. Willkommen zur Sexy-Time mit Rory McCarthy, Mitglied des Internet-Labels/-Kollektivs Tasty Morsels, Freelance-Musiker für nicht weniger schummrige Acts wie Connan Mockasin oder Charlotte Gainsbourg, und naturellement, based in Paris, France. Am Tatort also vergeht sich McCarthy am Erbe der sexualisierten Pariser Musikgeschichte, tritt in die Fußstapfen von Serge Gainsbourg (»Je t’aime moi non plus«) und Sebastian Tellier (»Sexuality«) und schlägt sich dabei insbesondere auf dem Feld der Körperbehaarung ziemlich überzeugend! Die halbseidene Hotelbar-Stimmung dreht McCarthy durch den Lo-Fi-Fleischwolf, mischt mit billigen Drum-Computern und anachronistischen Synthesizern pastellfarbene Klang-Cocktails zum Aufwachen, Einschlafen, Am-Fenster-Rauchen oder Sofia-Coppola-Filme-Vertonen. Yacht-Pop für Proust-Leser – eine Träumerei in rosé, smooth, soft, ein bisschen naughty, durchaus funky, und ziemlich ooh la la