Shacke One

2017

Berlin, anno 2017. Untergangsstimmung prägt den Alltag: die Mieten steigen, angesehen Kiez-Institutionen werden von gleichförmig aussehenden Konsumtempeln verdrängt, das berühmt-berüchtigte Nachtleben der Stadt ist längst vor allem für die Touristen da. So pessimistisch kann man die Lage der Berliner Nation sehen, muss man aber nicht. Man kann’s auch machen wie Shacke One, Nordberliner, Weddinger um genau zu sein, und im Planschbecken chillend Mollen zwitschern, Wein aus der Tüte trinken und sich die Nächte in U-Bahn-Schächten um die Ohren schlagen. Ja, das andere Berlin, das gibt’s noch. Das schnoddrige, verschlagene, anarchische, Regeln und Institutionen misstrauende Paradies für männliche wie weibliche Atzen. Kaum jemand verkörpert dieses Berlin dieser Tage besser als Shacke One, der sich der Innovationssucht des gegenwärtigen HipHop entsagt und anstatt dessen über direkt vom Vinyl gesamplete Funk- und Soul-Beats mit überlegener Mikrofon-Präsenz verbale Schellen verteilt. Battlerap nennt man dis.