Africaine 808

2014

Ein jüngeres und sehr erfreuliches Phänomen ist das Verschwinden der Berührungsängste westlicher Musiker gegenüber afrikanischen Rhythmen. Was lange nur unter dem absurden Begriff „Weltmusik“ als Tonbeispiel oder Rarität funktionieren durfte wird plötzlich angefasst, bearbeitet und vorbehaltslos mit dem eigenen Output melangiert. In genau diesem Handwerk brilliert das Duo Africaine 808, das wir, da es sich quasi um eine Berliner Supergroup handelt auch mit einem gebührenden Reputations- und Referenzfeuerwerk vorstellen wollen: Bei den Protagonisten dieser ziemlich einzigartigen afro- und polyrhythmischen EDM-Unternehmung handelt es sich nämlich einerseits um Dirk Leyers, der zusammen mit Matias Aguayo seiner Zeit unter dem Namen Closer Musik als einer der ersten Acts auf dem Kölner Label Kompakt veröffentlichte, sowie andererseits um die Berliner Streetart-Legende Nomad, der sich eben nicht nur erfolgreich mit skurrilen Wandzeichnungen, sondern auch als Resident-DJ des Broken Hearts Clubs und mit der Veranstaltungsreihe Vulkandance die Berliner Nächte um die Ohren schlug. Vulkandance heißt dann auch das Label was Nomad und Leyers sowohl als Platform für rare und ungehörte Musik aus aller Welt, als auch als Ventil für Africaine 808 selbst betreiben, und gleich mit ihrem ersten Track «Tummy Tummy» einen veritablen Hit landeten, der (noch eine Referenz) von Erobique über Shir Khan bis Jamie XX wirklich allen zu gefallen schien.