Für Neuseeländisches Songwriting gibt es beim Torstraßenfestival eine geheime Quote. 2012 verzückten Tiny Ruins die Z-Bar, im letzten Jahr ließ Aldous Harding im Grünen Salon den Atem anhalten. Die diesjährigen Fahnenträger der südpazifischen Liedkunst nennen sich Bannerman und im Zentrum der heute in Berlin beheimateten Formation steht Songschreiber und Sänger Ritchie Setford. Gerunzelte Stirn und Vollbart lassen erahnen wohin die Reise geht: Folk-Rock der sinistren Sorte, Americana, Alternative Country mit einer Stimme dessen Eindringlichkeit es mit Nick Cave aufzunehmen wüsste. Und auch Setford hat seine Bad Seeds gefunden: Die illustre Band überschneidet sich mit den Kreisen des Neukölln Country Clubs; mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Posaune werden die dynamischen Kompositionen auf der Bühne umgesetzt – dramatisch, melancholisch, ausschweifend und schließlich besänftigend. Denn die Trostlosigkeit in Setfords Texten («These are uncertain times […] You got the wrong man […] I’ve lost everyone») findet Halt in Pop-Song-haften Arrangements, es sind bittersüße Symphonien für nostalgische Momente.
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