Mit Pomade im Haar und Trench Coat auf schmalen Schultern bewirbt sich Adam Byczkowski alias Better Person als Klassensprecher der Neuen Empfindsamkeit. Auf 80er-Jahre Synthesizern und verhallten Drum-Machines schwelgt der in Berlin lebende Pole in fragilen Gefühlswelten, stilisiert sich und seine jugendliche Romantik. Ironie möchte man dem Neo-Dandy unterstellen, so makellos sind seine Frühlingsdepressionen, so entrückt seine Sensibeleien. Aber wer weiß, vielleicht fühlt sich das genauso an in einem spartanischen Zimmer auf der Pannierstraße, im Sonnenaufgang, nach einer langen Nacht zwischen flüchtigen Bars und Bekanntschaften. Mit »Wake Up Tired« lieferte der Sean-Nicholas-Savage-Protegé einen verititablen Internet-Hit. Mit »It’s Only You« erschien unlängst eine erste Songsammlung auf dem Berliner Label Mansions & Millions. Im Schlafzimmer fängt Byczkowski sie ein die großen Gefühle, Bedroom-Recording und Neuköllner DIY stehen hinter der augenscheinlich unantastbaren Fassade des Sängers. Dieser Bruch ist es der fasziniert. So jung, so empfindsam. So schön, so einsam. Eine selbstgemachter Glamour, bigger than life und doch bescheiden – eine Geste die Schein und Sein verschwimmen läßt. All that I have is a sentiment.
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