No Fear of Pop presents: Cape.
K-Pop, Bauhaus, Grimes – das sind grob die selbst gewählten Koordinaten, innerhalb derer sich das Berliner Duo musikalisch bewegt. Mag sich die Referenz auf jene Weimarer Kunstschule in dem Willen erschöpfen, sowohl „form follows function“ also auch „learn from the old masters“ stets als Maxime unbedingt zu beherzigen, so ist der Verweis auf zwei Phänomene des absoluten Jetzt der Musikkultur weit mehr als nur Parole. Capes aufs Wesentliche reduzierter, auf die Zukunft gerichteter Gegenwartspop findet seine Entsprechung am ehesten sowohl im hyperrealen Sound der Szene Montreals, die mit jener Claire Boucher alias Grimes zum ersten Mal ein international erfolgreiches Aushängeschild vorzuweisen hat, als auch in der artifiziellen, grotesk kommerzialisierten Hochglanz-Populärkultur Seouls, die als erste Musik ganz konsequent als Ansammlung verkaufsfördernder Hooks begriffen hat. Dass aus dieser oft befremdlichen Melange dann in Berlin eine tiefenscharfe Neuverortung und Umdeutung geschaffen wird, die noch dazu überaus ansteckend ist, gehört zu den spannendsten Aspekten des Projekt Cape. (Henning Lahmann / No Fear of Pop)
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