Die polnische Hauptstadt Warschau, nur etwa 5 Autostunden von Berlin entfernt und immer enger mit der hiesigen Szene verknüpft stellt sich für uns als Fundus verträumter Pop-Musik dar. Vielleicht ist es die graue post-sozialistische Kulisse der Stadt, die die Fantasie beflügelt und musikalische Farbkleckse herausfordert. Gegründet von Małgorzata Penkalla, dann ergänzt von Magdalena Gajdzica umkreist das Projekt Enchanted Hunters die Stimmen der zwei Frauen mit verspielten Arrangements, schweift ab, findet zurück zur Melodie und verquickt so einen komplexen Folk-Pop, dessen Geistesverwandte eher an der Westküste der USA, im Soundtrack zu Wicker Man, unter Waldschräten wie Sufjan Stevens, Bon Iver oder den Fleet Foxes zu finden wären als in der Warschauer Vorstadt. Aber die Stadt hat die Band natürlich per definition hinter sich gelassen: Ohne übertriebenen Historismus zieht sich der Topos des Waldes durch das Werk der verzauberten Jäger, zeitgemäß und weltgewandt instrumentieren Enchanted Hunters verträumte Geschichten aus dem Global Forrest.
Enchanted Hunters
2016