Gurr

2015

Expatriarch presents: Gurr.

Unmöglich, den Bandnamen Gurr zu lesen, die komplett weibliche Besetzung der Band zu sehen und dabei nicht an Riot Grrrl zu denken, die feministische Punk-Bewegung der 90er Jahre, welche sich gerade erst einer Wiederauferstehung erfreute. Bestes Beispiel: die Rückkehr von Sleater-Kinney. Wenn diese Art von Revivals so pünktlich im 20-Jahres-Rhythmus auftaucht ist es leicht, die Augen im Angesicht der kalkulierten Nostalgie zu verdrehen. Aber zum Glück trommeln in diesem Zuge auch frische Acts auf unseren Fellen: Die Westküste der USA hat Slutever und Tacocat; Berlin hat Gurr. Der Name, irgendwo zwischen grrrr und schnurrrr, beweist die Absicht des Trios sich nicht ganz so ernst zu nehmen, dabei aber genügend Fangzähne zeigen, um nicht als bloße  Niedlichkeit abgetan zu werden. Nach raren Veröffentlichungen auf Kassette kommt jetzt Gurrs erste EP «Furry Dream» mit sechs rasanten Songs voll von klirrenden Gitarrenriffs, einer Menge Reverb und kratzigen Texten – ein Gruß an die Pussycat Dolls, aufgenommen im Club-Mate-Rausch. Auf jeden Fall ein energiegeladenes Hörerlebnis, von einer Art, die es empfiehlt, sich diese musikalische Ohrfeige gleich noch einmal in echt bei einer ihrer Shows abzuholen. (Text: Joey Hansom)