Iberia

2013

No Fear of Pop presents: Iberia. 

Die Eingängigkeit, die Perfektion oder jedenfalls allemal Höherwertigkeit schwedischer Popmusik mag zwar schon seit ABBA und spätestens mit, sagen wir, Ace of Base zum feuilletonistischen Klischee verkommen sein; aber andererseits, der Gegenbeweis zur These wurde bislang noch nicht erbracht. Und auch Iberia werden nichts dazu beitragen, das Bild sublim trällernden Wikinger zu erschüttern. Die beiden Göteborger Maja Mathé Milner und Alexander Palmestål, Kennern vielleicht schon von Makthaverskan und Pistol Disco bekannt, teilen ihre Zeit zwischen Berlin und ihrer Heimatstadt und sind in letzterer lose verbandelt mit der Posse um das legendäre Service Label. Was bedeutet: Klänge, die zwischen Zuckerpop und balearischen Stränden pendeln, mit einem Bein in den Neunzigern und stets hart an der Grenze zum Kitsch, ohne diese je zu überschreiten. Man füge eine Prise Crystal Castles-esker Aggression hinzu, und fertig ist die grandiose, ja vermessene Mischung, die überall außerhalb Schwedens zum kläglichen Scheitern verdammt wäre. Ganz sicher.
(Henning Lahmann / No Fear of Pop)