Jens Friebe ist zurück! Und wir sind uns gar nicht sicher ob wir den «einzigen deutschen Popstar» (in der Presseinformation ebenfalls in Anführungsstrichen) für das Berliner Publikum überhaupt noch blumig vorstellen müssen? Statt den üblichen Lobhudeleien entscheiden wir uns daher für Fakten und kritische Updates: Ein neues Album gibt es. Es ist großartig! Oops, doch Lobhudelei. Es trägt ohne Punkt und Komma den Namen «Nackte Angst zieh Dich an wir gehen aus» und die Lust am Nudismus spiegelt sich außer im Titel auch in Künstlerportraits und Texten wieder. In Ersteren trägt Freigeist Friebe goldenen Anker auf blondbehaarter Brust, in letzteren befasst er sich in ausgefeilter Dichtkunst mit den täglichen Unruhestiftern Sex, Liebe, Tod und Kapitalismus (an dieser Stelle der Dramatik nach sortiert). Schönste Zeile übrigens: «Mit allen mit denen man nicht schlafen darf, schläft man im Schlaf.» Ein neues Label ist im Spiel, pünktlich zu Beginn Friebes zweiter Werkdekade übernimmt das Berliner Unternehmen Staatsakt (Ja Panik, Jeans Team, Lambert) die Geschäfte. Seinen Auftritt wird er mit «Bei-weitem-nicht-nur-Schlagzeuger» (O-Ton Friebe) Chris Imler bestreiten, welcher beim letzten Torstraßenspektakel gleich zwei Auftritte absolvierte und somit als erster Akteur den Hattrick anstrebt. Fun Fact: In außerordentlich feiner Poesie übersetzt und interpretiert Friebe auf dem neuen Album das Stück What Will Death Be Like von Momus, dem «einzigen Troubadour der Postmoderne». Momus war ebenfalls im letzten Jahr aus dem fernen Japan zu Gast auf der Torstraße. Soweit die Familienangelegenheiten. Wir freuen uns auf Berlins besten Chansonnier! Ohne Anführungsstriche versteht sich.
–