JFDR

2017

Dass die 22-jährige Jófríður Ákadóttir aus Island stammt erkennt man an der üppigen Zahl eigenartiger Akzente, die dem Gebrauchswert ihres Künstlernamens zuliebe leider eingespart wurden. Zu Ákadóttirs musikalischen Inspirationen gehört natürlich die isländische Halbgöttin Bj…, nein, Moment, wie, andersrum? Björk ist inspiriert von… ? Aaah, okaaaaay. So steht’s im Guardian geschrieben, und so lassen wir es natürlich stehen. Läuft bei ihr. Aber nicht nur Björk sollte die Musik von JFDR bereits untergekommen sein. Erwähnt sei an dieser Stelle die wunderbare Vorgeschichte mit Schwester Ásthildur im Duo Pascal Pinon (erschienen bei den unangefochtenen Island-Experten des Berliner Labels Morr Music), sowie die Projekte Samaris und Gangly. Und ja, wir müssten schon einiges zusammenlügen, wollten wir behaupten, dass die Musik JFDRs so gar nicht nach Island klingt. Vertrackte Rhythmen frakturieren sanft das Unterholz, wohlige Akkorde legen sich wie Morgentau auf das tiefgrüne Moos, Ákadóttirs Stimme schwirrt einem bunten Vogel gleich über das kühle Biotop. Kann man so lesen, muss man aber auch ohne besondere Affinität für nordische Melancholie toll finden. Das Debutalbum jedenfalls steuert schon mal gegen und nennt sich… Brazil.