Kaukolampi

2018

Die spröde Zahl 1 als Titel von Timo Kaukolampis erstem Solo-Album ist nicht zuletzt als Augenzwinkern zu verstehen. Denn von einem musikalischen Debut kann keine Rede sein: Mit den Bands Larry & the Lefthanded, OP:L Bastards und K-X-P erlangte der Finne und Teilzeit-Berliner international einen gewissen Legendenstatus, den er mit letzterer Formation auch durch einen stroboskoperleuchteten Auftritt auf dem Torstraßen Festival 2013 im verschwitzten Keller des White Trash Fast Food in der Schönhauser Allee, Gott hab ihn selig, unter Beweis stellte. Apropos Götter – wie immer in der Musik Kaukolampis geht es auch in seiner späten Ich-Werdung um Übersinnliches, Bewusstseinserweiterndes und Transzendentales. Kaukolampi hat sich und seine Arbeitsweisen zu diesem Zweck gänzlich neu erfunden. Songstrukturen werden mittels analoger Synthesizer und Drum-Machines gänzlich über Bord geworfen. Die neuen Stücke gehen wie Akte eines opus magnum ineinander über, ein schwerer Klangteppich überrollt die Hörerschaft, wickelt sie ein in ein umheimliches, dystopisches Dunkel und funkelt dabei doch verlockend schön. »It’s a conversation between good and evil, beauty and brutality, and it’s most definitely my inner journey«, sagt der Meister selbst dazu, »like the dark side of new age music.« Wer Timo Kaukolampi einmal auf oder neben der Bühne erlebt hat, weiß, dass wir es mit einem faszinierenden Charakter, ja, mit einem veritablen Guru zu tun haben.