Kedr Livanskiy

2016

Die Stadt Moskau ist sicher nur den wenigsten als Quell zukunftsweisender Pop-Musik im Bewusstsein, und doch passiert gerade einiges im Untergrund der nur 2,5 Flugstunden entfernten Metropole. Eine der Protagonistinnen dieser neuen Szene ist Kedr Livanskiy. Geboren am 4.Oktober 1990 in eine sich auflösende Sowjet-Union fühlt sie sich gleichermaßen geprägt wie unverstanden zwischen den grauen Bauten der Vorstadt. Sie hört The Cure, liest Washington Irving, studiert Film und findet schließlich im Moskauer Künstlerkollektiv John’s Kingdom zu sich und zu Gleichgesinnten. Auf den Festplatten des Kollektivs läuft die Musik von Inga Copeland, DJ Rashad, Laurel Halo und Aphex Twin – John’s Kingdom sei »the most alive and honest thing in Moscow« sagt Livanskyi selbst. Zwar finden sich die Einflüsse dieses global-elektronischen Undergrounds in Livanskiy’s Produktionen wieder, doch ist es eine ganz besondere Unbedarftheit mit der sie auf Popsong-Länge düstere Klangcollagen auf liebliche Melodien und technoide Monotonie auf nervöse Breakbeats reimt. Schockt.