»We must take a stance and identify the hidden discriminatory factors that might play a role in each society, and we absolutely must take a stance in the struggle, in which we are all bound together.« Mary Ocher, The West Against The People, 2016
Einem Album einen soziopolitischen Essay beizulegen ist für Songwriter eher ungewöhnlich. Das Wort ungewöhnlich im Zusammenhang mit Mary Ocher zu verwenden ist dagegen eher… gewöhnlich. Denn was die israelisch-russische Künstlerin seit etwa zehn Jahren im Berliner Underground auf die Beine stellt entzieht sich den üblichen Kompetenzen ihrer Profession: Ocher speist ihren scheinbar außerirdischen DIY-Kosmos aus privaten Empfindungen und gesellschaftlichen Anliegen, verzahnt ihre Biographie mit dem geopolitischen Geschehen und schafft dabei einen Spagat aus Komplexität, Emotion und Relevanz, der nur sehr Wenigen mit pop-musikalischen Mitteln gelingt. Auf ihrem fünften Album The West Against The People, laut einer Vorhersage des Fact Magazins »One of the best albums of 2017«, fokussiert Ocher die Themen Autorität, Identität und Konflikt mehr denn je. Produziert mit Hans Joachim Irmler (Faust), gespickt von Gastauftritten ihrer Band Your Government, Die Tödliche Doris und Felix Kubin, scheint es kaum übertrieben von Ochers bis dato wichtigstem Werk zu sprechen. Wir freuen uns gerade zur aktuellen Ausgabe des Festivals außerordentlich auf eine seltene Solo-Darbietung am Flügel – denn wenn hier jemand den Itch fühlt, dann ist es Mary Ocher!
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