Momus

2014

In einem kurzen Text wie diesem dem Phänomen Momus auch nur annähernd gerecht werden zu wollen wäre ein vermessenes Vorhaben. Denn das Werk des nach dem Gott des Spotts benannten Schotten Nicholas Currie findet seit fast 30 Jahren in Songs, Fiktion, performativen Präsentationen und Reisen statt, so ist es auf seiner Webseite imomus.com vermerkt, die nur einen Bruchteil seiner ausufernden Online-Identität darstellt. Momus schrieb als Journalist für Wired, Vice und 032c, war Künstler der New Yorker Whitney Biennale, hat über 30 Alben sowie etliche Bücher veröffentlicht, trägt Augenklappe, lebt in Japan, liebt Warhol, beschäftigt sich mit Sex und Zeitreisen und ist dabei wunderbar unkompliziert via email zu erreichen. Trotz alldem vermuten wir, dass er bei uns einfach mal wieder ein Konzert spielen wird. Vielleicht mit der Gitarre. Und wir hoffen, dass er seinen alten Hit spielt, in dem es lautet «I was a maoist intellectual in the music industry», ein Credo, dass seine Ironie, seine kompromisslose Haltung und das Umschiffen kommerzieller Erfolge gleichermaßen charmant erklärt.