Priests

2017

Als die Band Priests 2015 eine EP mit dem Titel »Bodies and Control and Money and Power« veröffentlichte, hieß die in ihrer Heimatstadt Washington D.C. agierende Verkörperung von Kontrolle, Geld und Macht noch nicht Donald Trump. Aber schon dessen Vorgänger hatte Sängerin Katze Alice Greer mit Zeilen wie »Barack Obama killed something in me / and I’m gonna get him for it.« im Visier. Priests entstammen einem in den USA weit verzweigten Netzwerk von Kunst-, DIY- und Punk-Communities, einer Gegen- und Parallelgesellschaft zwischen Fanzines, Kellerkonzerten und Studiumsschulden. Was 2015 nach radikalem Außenseitertum klang bekommt 2017 tagesaktuelle Relevanz. »A puppet show in which you’re made to feel like you participate / Sign a letter, throw your shoe, vote for numbers 1 or 2« heißt es in »Pink White House«, getrieben von einem spröde zuckenden Punk, den man fast mit F schreiben möchte. Doch nichts läge der Gruppe ferner als die Erkenntnisse in Resignation münden zu lassen. Jeder Song auf dem neuen Album Nothing Feels Natural ist ein Aufputschmittel gegen die herrschenden Verhältnisse (»No, not me«) , und gleichzeitig die Verteidigung der eigenen Strukturen (»I built it all up around me«). Priests sind die Band, die man nicht nur Washington jetzt wünscht.