Wenn das Adjektiv »verschmitzt« auf jemanden zutrifft dann ist es Steven Warwick. Um so überraschender erscheint die neue Arbeit des Berliner Briten, der vielen als Heatsick bekannt sein sollte, und als solcher dieses Festival schon im Jahr 2012 mit der ihm so eigenen Sorte Casio-House bereichterte. Nadir heißt das jetzt auf dem Berliner Label PAN erschienene Album, der Titel kommt aus dem Arabischen und bedeutet Fußpunkt. Der Fußpunkt ist das Gegenteil vom Zenit, der Fußpunkt ist ganz unten. Ein Todesfall war es, der Warwick sprichwörtlich aus dem Rhythmus brachte, es folgte eine Auszeit von Berlin, ein künstlerischer und persönlicher Reboot, der Schnitt zwischen Persona Heatsick und Person Steven Warwick. Die düstere Stimmung ist den neuen Stücken anzuhören, »Why so sad? / Don’t feel so bad.« heißt es im Stück CTFO (kurz für Chill The Fuck Out), formuliert in einer spröden Internet-Sprache, welche die Niedergeschlagenheit auf eine bitter-humoristische Spitze treibt. Und so funktioniert Nadir vor allem als Katalysator der Tragik – Warwick bleibt dem Dancefloor treu und auf torkelnde Grooves und schelmischen Witz muss man auch im zweitem Akt nicht verzichten.
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