Susanna Berivan

2014

Susanna Berivan hat den Blues. Aber so richtig. Und wenn wir jetzt in Kategorien von deep und real sprechen, dann meinen wir das ernst und trauen uns weit vor ins post-ironische Terrain. Susanna Berivan ist Berlinerin in Leipzig. Sie steht allein und in Schwarz mit einer verwitterten Akustikgitarre auf der Bühne, runzelt Ihre Frida-Kahlo-Augenbrauen, singt und schmerzt und trompetet in den langen Hall, betört und beklagt; melancholisch ist für Softies, hier kommt der real deal. Natürlich ist dieser Sound voll von Referenzen: Blues, wie gesagt, Americana, Alternative Country, Folk und Soul. 50s und 60s, Camp und Tarantino. Vielleicht ist Susanna wirklich in einem früheren Leben mit einem 64er Thunderbird durch die Südstaaten getrippt, hat in einem verlassenen Diner gejobbt, Groschenromane gelesen und den Zugvögeln hinterhergeschaut, wir wissen es nicht. Allerdings: das Retrospektive, das Stilistische und Kontextuelle, was heute bei dieser Musik leicht überhand gewinnt geben in diesem Fall klein bei. Es ordnet sich Susannas Auftritt, ihrem Charisma und vor allem ihrer Stimme unter. Ihr Blues ist wirklich blue, und er wird uns kriegen, im Sommer 2014, ein paar Schritte abseits der Torstraße.