Sun Worship

2014

In Mitte bricht die Hölle los, hier ist sie, die erste Black-Metal-Band auf dem Torstraßen Festival. Nachdem zuletzt Künstler wie Liturgy oder Deafheaven aus den inneren Kreisen der infernalen Musik ausbrachen und bei notorisch trendfühligen Musikredaktionen Gefallen fanden, ist es das Berliner Trio Sun Worship, das unsere eher freiliegenden Ohren in Ehrfurcht schlackern läßt. Sun Worship zelebriert Geschwindigkeit und Repetition bis zum Äußersten und lässt so Klangflächen von hypnotischer, fast meditativer Qualität entstehen. Ambient from hell, Melodiöses bleibt in der Andeutung, es gibt subtile Querverweise zu Noise und Shoegaze, dazu drängen wohldosiert endzeitliche Qualgesänge durch den finsteren Krach. Eine Reihe von Veröffentlichungen gibt es bereits, erschienen in aufwendigen Editionen auf Vinyl und Kassette und verpackt in den atemberaubenden Designs der italienischen Illustratoren View from the Coffin, die sich geradezu meisterhaft auf diabolische Gebrauchsgrafik spezialisiert haben.