André Uhl

2018

Sich zur Festivalausgabe mit dem Thema »Forever« einen Zukunftsforscher einzuladen: easy. Einen Zukunftsforscher zu finden, der auch faszinierende Musik macht: schon anspruchsvoller. So geschehen bei dem Berliner Musiker und, klar, Zukunftsforscher André Uhl. Die klanglichen Vorhersagen des André Uhl, und um diese soll es hier in erster Linie gehen, sind eher düsterer Natur und doch ist schon dem Titel seines Debütalbums »I hope the roof flies off, and I get sucked up into space.« auch eine gewisse Euphorie anzumerken. So erzählen Störgeräusche, launische Arpeggios und gespenstische Melodien zwar von einer verschleierten Vergangenheit, drängen jedoch sogleich in eine leuchtende, verlockende Zukunftsvision. Mit diesem Gestus sind die gänzlich elektronisch erzeugten Tracks, live vor einer tiefblauen Projektion präsentiert, wohl dem Genre der erst kürzlich manifestierten Ultraromantik zuzuordnen. Nostalgie, Einsamkeit und Zukunftsfreunden werden bei André Uhl eins, menschliche Fantasien und künstliche Intelligenz gehen eine bedrohliche, aber auch verführerische Symbiose ein. So gehört der post-humane Sound von André Uhl zu den ausschweifenden, abstrakten, experimentellen Momenten unseres Festivals.