Catnapp

2018

Aus Buenos Aires verschlug es Catnapp nach Berlin und geschulte Pop-Ohren müssen vermuten, dass der interkontinentale Umzug auf den Spuren ihrer musikalischen Einflüsse geschah. So würde die Blindverkostung ihrer Tracks durch ältere Semester wahrscheinlich eine Verortung ins Berlin der Nullerjahre ergeben: Rio Club, Peaches, Fisherspooner, Ladytron, Miss Kitten – all das schwingt in den reduzierten Produktionen der Argentinierin mit, denen oft kaum mehr als Bass und Beat zugrunde liegen, gepaart mit einem minimalistischen Sprechgesang, den wir mit dem Begriff Rap gar nicht unnötig unter Druck setzen möchten. Dass Catnapp allerdings noch viel mehr kann, deutet sie in sporadischen, aber überzeugenden Dosen an. So verwandelt sich ein Track, wie »Come«, auf halber Länge in ein melancholisches Pop-Lamento, wohingegen die akustische Version von »Stop« gleich sämtliche Elektronik gegen ein folkiges Gitarrenpicking eintauscht, zu dem dann im mintgrünen Skianzug durch den Berliner Herbst geslowdanced wird. Von Track zu Track wird die Vielseitigkeit der Musikerin verblüffender. Ein Fernsehabend mit Catnapps unzähligen Musikvideos sei als Einführungskurs zum Thema »Gute Pop-Musik heute« an dieser Stelle wärmstens empfohlen.