Die Neuinterpretation von Popcaans Dancehall-Hit »Everything Nice« durch TSF’14-Alumni Jaakko Eino Kalevi hat es uns angetan. Und das liegt nicht zuletzt an Kari Jahnsen, deren muntere Stimme den chronisch entspannten Bariton des finnischen Tram-Fahrers im Duet aus der Reserve lockt. Für uns eine Neuentdeckung, arbeitet Jahnsen unter dem Namen Farao längst an ihrer einer eigenen Version zeitgemäßer Pop-Musik. Die Norwegerin wuchs im 500-Seelen-Ort Ulnes auf und zog schließlich via London und Reykjavik nach Berlin. Ihr Debut »Till It’s All Forgotten« entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Mike Lindsay von Tunng, bis auf Blechbläser und Drums bedient Jahnsen sämtliche Klangmittel auf dem opulent instrumentierten Album selbst. Geschliffenes Songwriting in eigensinnigen Arrangements, eine mystisch-versponnene Emotionalität und die unterschwellige Gravitation zum großen Hit sind die (nicht selten nordischen) Disziplinen in denen Farao besticht. Ihre Songs handeln von dabei vom Unbehagen, von der »Kapitulation vor schlechten Entscheidungen und dem bewussten Einschlagen des falschen Wegs« wie es Jahnsen selbst nennt – ein bedrohliches Abdriften, zu dem im Video zu »The Bodies« eindringliche Bilder gefunden wurden.
Farao
2016