Islaja

2014

Es scheint, als habe sich die finnische Produzentin, Sängerin und Songschreiberin Islaja gut in Berlin eingelebt, denn verhallt sind die verschroben mystischen Folk-Klänge, die sie bislang ihrer eingeschworenen internationalen Fangemeinde aus dem hohen Norden zukommen ließ. Ihr neues Album heißt S U U, erscheint auf Gudrun Guts Label Monika Enterprise, wurde von der Wahlberlinerin Heidi Mortenson produziert und –Achtung!– ist dem Dancefloor sehr viel näher als den finnischen Wäldern. Als hätte Björk zuviel DAF gehört machen sich Cold Wave und Elektro-Pop breit, Analog-Synthesizer und Drum-Machine umreißen mal punktuell, mal sphärisch den Rahmen für Islajas exaltierte Stimmperformance. Dazu gibt es statt nordischer Introspektion jetzt frontale Slogan-Lyrik auf Englisch, von «I let the shit hit the fan» bis «I don’t need you. That’s okay.». Islaja ist eine der eigensinnigsten und interessantesten Charaktere der DIY-Musik-Szene, eine mitreißende Performerin, die sich mit S U U auf fulminante Art und Weise, wie man so schön sagt, neu erfunden hat.