Julianna Barwick

2016

Die Kraft der Stimme lernte Pastorentochter Julianna Barwick schon von frühster Kindheit an zu schätzen, auf dem Land in Louisiana und Missouri, wo die Orgeln verstaubt und die Chöre Kern sozialer Routine sind. Heute ist Barwick selbst Kapellmeisterin, an Mikrofon und Loop-Pedal entsteht ein himmlischer Schichtkuchen dessen Rezeptur sich auch in den Kochbüchern von Brian Eno oder Arvo Pärt wiederfindet. Dabei aber vermengt sie den konzeptionellen Minimalismus mit der wohligen Heimeligkeit eines Sufjan Stevens, der folgerichtig 2011 ihr Album »The Magic Place« auf seinem Label Asthmatic Kitty veröffentlichte. Seitdem trat Barwick im New Yorker Guggenheim Museum auf, arbeitete im Studio der ähnlich ätherisch gestimmten Band Sigur Ros und verlieh ihr Talent an Sharon van Ettens Meisterwerk »Tramp«. Barwicks Performances sind smartphonefreie Zonen, sie laden zum gemeinsamen Durchatmen ein, sind kathartische Erlebnisse fernab irdischer Querelen – die Yoga-Studios der Torstraße dürften also leer bleiben wenn Barwick ihr neues Album »Will« erstmal live in Deutschland präsentiert.