Einen schlechten Stand hatten die Kulturinstitutionen des Breisgau bekanntlich bei der Hamburger Band Tocotronic. Doch zumindest das Freiburger Stadttheater sollte sich in seiner schicksalshaften Funktion als Gründungsstätte von Kala Brisella nun pop-kulturell rehabilitiert haben. Denn während einer dreimonatigen Theaterproduktion lernten sich dort Jochen Haker, Dennis Deter und Anja Müller kennen, nutzten die nächtlichen Ruhepause für geheime Bandproben und ließen sich darauf in die Kellerräume einer alten Druckerei in Wedding einweisen in denen ihr Debutalbum Endlich Krank entstand. Mit diesem liefert das Berliner Post-Punk-Trio den fast wörtlichen Soundtrack zu unserem diesjährigen Festivalmotto. Mit Gitarre, Bass und Schlagzeug schreddern sich die Drei von einem Nervenzusammenbruch zum nächsten: Weltgeschehen, Selbstoptimierung, Freiheitszwang – keine Quarterlife-Crisis wird verschont und umgemünzt in eine hysterische Energie, die ihresgleichen sucht. Kala Brisella sagen ja zur Krise, umarmen den Wahnsinn, rasten aus, sagen ab, und drehen auf – endlich krank! Ein Hoch auf den Ausnahmezustand und ein Hoch auf Kala Brisella, die Band der Stunde.
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