Pictorial Candi

2016

Die Geschichte, ja sogar der Name, von Candelaria Saenz Valiente aka Pictorial Candi klingt wie aus der Feder von Wes Anderson: Aufgewachsen in Argentinien führte sie der Weg über die Buenos Aires Universidad del Cine an die Berkelee School of Music in Boston. Valiente schrieb eine Sammlung von Kurzgeschichten und einen Roman, mit dem Ebertonium Candidus erfand sie einen Synthesizer der eine Glühbirne zum Leuchten bringt. Sie veröffentlichte Musik in Form von 600 Flaschen Limonade und ein Performance-Stück namens »La sensación de ser Mr. Luxus Reinstaldt«. Heute lebt Valiente in Warschau und das dieser Tage erscheinende Album »Forever Till You Die« ist ein weiteres faszinierendes Puzzle-Teil ihrer verträumten Welt. Darauf wankt Valente schlafwandlerisch durch acht Songs und ein Gedicht, klingt erst cool wie Fleetwood Mac auf Tusk, dann exaltiert wie Kate Bush auf eigentlich jedem Album und schließlich halluzinogen verstrahlt wie Inga Copeland. Hi- und low-fi, Vergangenheit und Gegenwart geben sich die Klinke in die Hand und ihre Stimme scheint ganz nebenbei so ziemlich alles zu können. Faszinierend! Ok, das Wort benutzten wir schon. Aber das kann man hier wirklich zwei mal sagen.