Piss

2016

Okay, wir sind keine Punks. Wir sind auch keine Punk-Experten. Wir würden uns hier ziemlich weit aus dem Fenster lehnen mit Einordnungen, Referenzen und Sub-Genres, mit »ey, die klingen nach So-und-so auf dem So-und-so-Tape was damals im So-und-so-Mailorder so schwer zu kriegen war«. Checkertum in diesem Fall eher entry level, soweit der Disclaimer. Also den Gegenstand faktisch beschreiben: Piss sind aus Berlin – Schrägstrich – Barcelona. Piss sind zu dritt und die Songs von Piss sind kurz. Nicht drei-Minuten-kurz, lieber Brian-Eno-Fan, sondern richtig kurz. 77 Sekunden (Rest in Piss). 49 Sekunden (Puke On The Patriarchy), oder 13 Sekunden (How Simple Can Punk Get?). »How simple can punk get?« ist hier allerdings eher ironisch zu verstehen. Treffender wäre »How raw can punk get?«, denn Piss bewegen sich im Halbfeld von Punk und Hardcore, wo Tempo vor Melodie geht, und Krach vor verbalen Botschaften. Live geht das Ganze erwartungsgemäß »extrem ab«; etwas weniger jugendsprachlich berichtet die Berliner Zeitung von »„Fuck“-, „Piss“-, „Oi“- und „Uargh“-Rufen« sowie von »Jazzrock-inspirierten sogenannten Post-Hardcore«-Momenten, beobachtet im Vorprogramm der New Yorker Band Perfect Pussy. Da waren wir auch, das fanden wir gut.