Saba Lou

2018

Biographisches in der Vorberichterstattung zu Saba Lou zu verschweigen, wäre schon irgendwie schade. Mit eins verschläft sie ein Treffen mit Iggy Pop, mit sechs veröffentlicht sie ihre erste 7” und mit acht nimmt sie den Song »Good Habits (and Bad)« auf, der für die End-Credits der Cartoon-Serie Clarence benutzt wird und in Folge auf Seth Bogarts Label Wacky Wacko erscheint. Genau. Mit eins, mit sechs und mit acht. Early adopter sozusagen. Wunderkind – und kleiner Wettbewerbsvorteil: Saba Lous Vater, der Garagenrockguru King Khan, scheint die Talente der Tochter nicht völlig ignoriert zu haben. Dann kurz Grund- und Mittelstufe absolviert und mit 15 eeeeeendlich das erste Album: »Planet Enigma«. Und das: ist toll. Während die anderen Kids Cloud-Rap streamen schrammelt Saba Lou tagträumerisch auf der Konzertgitarre, hier und da mischt sich zurückhaltend eine Orgel ein. Die Songs dauern selten länger als zwei Minuten und bemühen selten mehr als drei Akkorde. Sie handeln vom Schicksal, vom Auf-den-Bus-Warten, von Nature Boys und Marzipan. Songs, von einer charmanten, freundlichen Sorte, ehrlich und unprätentiös, komplett aus der Zeit gefallen und dabei wunderbar zeitlos. Aber gut, nach über zehn Jahren im Showbusiness ist klar, wie’s läuft.