Sven Kacirek

2014

Die Arbeit von Sven Kacirek könnte mal als Übersetzung von Electronica ins Akustische bezeichnen. Der Schlagzeuger, Produzent, Autor und Dozent nutzt die Mittel der manuellen Percussion, um mikropolyphone Rhythmen zu erzeugen, die wir sonst eher aus elektroakustischen Quellen gewohnt sind. Dabei verlässt er allerdings zunehmend den Arbeitsraum Schlagzeug, weich geht es zu, am präparierten Marimba oder am Klavier, auf Materialien wie Holz, Glas oder Papier, streicht und klöppelt Kacirek eine ihm eigene Form von repetitiver Musik, gefühlvoll und doch minimal. Kacirek läßt aus E und U eins werden, referenziert Drum and Bass und Postrock, kollaboriert einerseits mit Stefan Schneider von To Rococo Rot und andererseits mit den kenianischen Musiker Ogoya Nengo und Joseph Oganga. Mit ihnen entstand das faszinierende Album The Kenya Sessions: ein organisches Zusammentreffen nicht nur von Tradition und Moderne, sondern auch von Zufall und Kalkulation. Live improvisiert der Hamburger mit meditativer Ruhe, fasst seine perkussiven Muster in loops und samples, schichtet und collagiert die Klänge zu einem wohltuend hypnotisierenden Ganzen. Wir vermuten, dass sowohl The Notwist als auch Philip Glass zu seinen Fans zählen.