Von außen nähern wir uns dem schemenhaften Kern des Projekts Ziúr. Auf der Webseite eine rotierende Erdbeere, eine Show auf dem Amsterdamer Internet-Radio NTS, Konzerttermine im Ohm, im Südblock, im Kit Kat Club. Weitere Tourdaten mit… Peaches. Auch ein Foto von Peaches im Ziúr-T-Shirt. Von Ziúr selbst keine Spur. Dann das Video zu »LIPS«, wieder Schemenhaftes, ein obskures Kaleidoskop, plötzlich ein Gesicht – ist das Ziúr? Die Musik dazu klingt digital und ziemlich paranoid, Sounddesign statt Songwriting, ein düsterer Sog, anziehend und zurückweisend zugleich. Mehr wollen, Abstand halten müssen. Die Rechnung geht auf. Es bleibt dunkel um Ziúr, mulmig und beunruhigend, fragmentarisch und unscharf. Ziúr ist Teil einer Szene, die das Unheimliche im Digitalen zelebriert, die das einst utopische Thema »Mensch-Maschine« dystopisch auslegt indem sie die Grenzen zwischen dem Humanen und dem Digitalen auf unbehagliche Weise verschwimmen lässt. Dabei wird die Künstlerin selbst ein Teil dieser Schnittmenge, changiert zwischen digitaler Repräsentanz und realer Person.
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