Allie beschreibt sich selbst als einen Jungen, der gern leise singt. Dazu zupft Allie auf der Gitarre, stapft ein bisschen mit dem Fuß und nimmt das Ganze dann im Schlafzimmer auf. Klingt unspektakulär? Klingt fantastisch! Mit minimalsten Mitteln erhascht sich Allie schon nach ein paar Takten ungeteilte Aufmerksamkeit, nimmt einen mit in seine kleinen schüchternen Pop-Songs, als würde uns Miranda July geheime Haikus in Ohr flüstern. Er klingt ein bisschen wie Sufjan Stevens oder Owen Pallett, nach Wunderkind-Isolations-Mythos, nach großem Gefühl mit kleinem Ventil. Allie lebte eine Weile in New York und ist Teil des Berliner Künstlerkollektivs Ramin Ton. Für das neue Album hat er sein Schlafzimmer in das Hamburger Clouds Hill Studio verlegt. Dort hat man vorher gut durchgelüftet und ihm frische Bettwäsche aufgezogen, so dass aus «Uncanny Valley» ein echtes Meisterwerk geworden ist.
Allie
2013