Das neueste Qualitätsprodukt des Berliner Musikunternehmens staatsakt kommt aus Berlin, singt von Berlin und heißt sogar irgendwie mit Berlin, nämlich Isolation Berlin. Dass das Potential der Gruppe als Posterboys der nächsten Stadtmarketing-Kampagne allerdings in beruhigendem Maße begrenzt ist, zeigen Zeilen wie «Ich glaube ich nehm’ die nächste U-Bahn und fahr zum Bahnhof Zoo / Dann nehm’ ich mir nen Strick und häng mich auf im Damenklo». Die vier Mitglieder der isolationistischen Boyband heißen Tobi, Max, David und Simeon, «vier gebrochene Herzen, die die Wogen der Großstadt wie Abfallprodukte der Spaßgesellschaft in die rauchigsten Bars der Stadt geschwemmt hat», wie das Quartett selbst über sich verrät. Als läge Kreuzberg noch immer im Schatten der Mauer schrammelt sich die Band liebeskummertrunken und mit der Rio-Reiser-Gedenkmedaille am Revers durch die graue Großstadt-Melancholie. Klingt nostalgisch? Ja!
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