Österreich, 2018: Die Burschenschaft Hysteria übernimmt die Macht, das Wahlrecht für Männer wird abgeschafft, Stefanie Sargnagel bekommt den Ingeborg-Bachmann-Preis, Stefanie Sargnagel wird Bundeskanzlerin, das goldene Matriarchat beginnt und Klitclique stehen an der Spitze der Charts. Fingers Crossed. Die Künstlerinnen G-UDIT und $CHWANGER sind mit ihrem Performance-Projekt Klitclique Teil einer radikalen Gegenbewegung zu der immer weiter nach Rechts abdriftenden (politischen) Kultur Österreichs. Dabei schafft der Art-Trap des Duos trotz verdientem Parental-Advisory-Sticker einen bemerkenswerten Spagat aus notwendiger Pöbelei und schlauer Analyse. Stilistisch dominiert eine doppelbödige Umkehrung der Verhältnisse: So wird die Mami (nicht der Papi!) angerufen, um die teure (aber gesellschaftlich doch so wichtige!) Arbeit in der Kunstwelt zu finanzieren, werden Candida-Pilz-Wolken in Richtung trauriger Cloud-Rap-Boys gesendet und der Frauen-müssen-angezogen-sein-in-Pornos-und-miteinander-reden-über-irgendetwas-anderes-als-Männer-Feminist entlarvt. Im Vorprogramm der Wiener Autorin Stefanie Sargnagel tauchte das Duo erstmals auch auf deutschen Bühnen auf, für 2018 ist ein Album auf dem Label Schlecht-im-Bett-Records angekündigt.
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