Auch in 2014 ist das Casiotone, ein handliches elektronisches Keyboard aus den 80er Jahren, noch die erste Wahl der schmerzlich Einsamen. Die minimalistischen Arrangements die Yohuna aus diesem Gerät zaubert sind voller Anmut, sie schweben zeitlos über dem jämmerlichen Alltag und sind das weiche Bett auf dem Yohunas federleichte Stimme erwacht und sich in Richtung Tageslicht räkelt. Eigentlich ist Yohuna’s Sound in den 90ern verwurzelt, einer Dekade, die man, hat man sie als Teenager erlebt, gerne fälschlich mit dem Begriff zeitlos in Verbindung bringt. Yohana’s synth-pop Etüden wären der perfekte Soundtrack für einen frustrierenden Tag im sogenannten Leben von Angela Chase, für adoleszente Dramen in übergroßen Calvin-Klein-T-Shirts. Hinter der phonetischen Variation ihres Namens steckt Johanne Swannson, eine Neuberlinerin, übergesiedelt aus Boston, Massachusetts, aufgewachsen in Eau Claire, Wisconsin. Johanne ist aktives Mitglied der FMLY-Familie, einem sozial denkenden DIY-Kollektiv, in dessen Zirkeln sich auch TSF’14-Protagonistin Julie Byrne bewegt. Yohunas Song Badges erschien auf der vielbesprochenen Compilation Boring Ecstasy des New Yorker Bedroom-Pop-Labels Orchid Tapes und ihr neustes Stück Creep Date wurde angemessen creepy bebildert, in der Hauptrolle eine verführerische Johanna auf der Suche nach einem Mitternachts-Snack.
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